2. Bürgerwerkstatt in Jena

9. Mai 2015 von 10:00-18:00 Uhr

50 Bürgerinnen und Bürger aus Jena diskutieren sinnvolle Wege für eine ressourcenschonende Zukunft!

Im Volkshaus Jena kamen am 9. Mai 2015 insgesamt 50 per Zufall ausgewählte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Jena zusammen, um einen Tag lang gemeinsam über sinnvolle Wege der Ressourcenschonung zu diskutieren.

Viele der Teilnehmenden äußerten sich in einem Stimmungsbild zu Beginn der Bürgerwerkstatt kritisch hinsichtlich der bislang umgesetzten Maßnahmen von Seiten der Politik für eine Ressourcenschonung. Vor diesem Hintergrund sprachen sich im Laufe des Tages viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für klare und transparente Gesetze aus; beispielsweise für längere Garantiezeiten von Elektrogeräten, Standardisierungen zur vereinfachten Austauschbarkeit von Ersatzteilen oder Produktkennzeichnungspflichten hinsichtlich der verwendeten Ressourcen beim Abbau der Rohstoffe und deren Weiterverarbeitung. Klar hervorgehoben wurde dabei, dass es ein Zusammenspiel zwischen politischen Regularien und Anreizsystem einerseits bräuchte, dass  andererseits jedoch auch eine Änderung des Bewusstseins bei den Konsumentinnen und Konsumenten erreicht werden müsse. „Wir brauchen eine andere Lebensphilosophie, unser Lebensstil muss sich ändern. Dies wird jedoch nicht von den Bürgerinnen und Bürgern alleine kommen. Dafür braucht es Impulse und eine Unterstützung von Seiten der Politik und der Wirtschaft“, so der klare Tenor in einer der Diskussionsrunden.

Rund 30 Handlungsempfehlungen für eine ressourcenschonende Zukunft trugen die Bürgerinnen und Bürger am Ende des Tages zusammen. Die detaillierten Ergebnisse der Bürgerwerkstatt in Jena werden zeitnah auf der Plattform eingestellt.

Foto: Wolfgang Teuber / pixelio.de

Handlungsempfehlungen zur Ressourcenschonung

Ideensammlung der Teilnehmenden zum Thema Ressourcenschonung

Ergebnisse

Verpackung und Abfallvermeidung

Teilnehmende regten an, dass Dinge, die ressourcenverschwendend hergestellt und verpackt sind, teurer sein sollten. Dadurch würde dem Verbrauch der Ressourcen entsprechend… Man muss finanzielle Anreize schaffen. Es könnte zum Beispiel Abgaben auf Plastikverpackung eingeführt werden und so Ressourcenverschwendung indirekt sanktioniert werden. Die Industrie (billiger, wenn man mit regenerativer Energie produziert)

Mehr Frischetheken und weniger oft verpacken.( Produkte im Laden unverpackt anbieten (Äpfel..) und zusätzliche Verpackung aus dem Laden z.B. Plastiktüten für Obst kostenpflichtig) Auf diese Weise kann man Kosten sparen. Außerdem kann man so individueller die benötigten Mengen zusammenstellen. Man könnte auch selbst Gefäße/Behälter mitbringen und so Verpackung ganz sparen.

IT und Telekommunikation

Man sollte mehr Teile wie z.B. Zubehör normieren. Stecker von Kopfhörern sind z.B. schon heute so normiert, dass sie an die meisten Geräte anschlussfähig sind. Eine Idee wäre es, dieses Ansatz der Normierung auch auf andere Teile wie etwa Akkus auszuweiten. Man könnte z.B. 5 verschiedene Akkugrößen normieren, sodass die Hersteller sich an diesen Größen orientieren müssen. Das würde auch den Austausch von Handyakkus erheblich vereinfachen.

Kleidung und Textilien

Es wurde eingebracht, dass Mode einen Bedarf nach neuer Kleidung suggeriert/bedingt, auch wenn „alte“ Kleidung noch heil und tragbar ist. Je nach finanzieller Lage von Familien, bleiben dann
Es wurde sich gegen Online-Versand ausgesprochen. Dieser sei zu Ressourcenaufwendig.

Verkehr, Tourismus und Freizeit

Beim Thema Verkehr wurde sich für Carsharing eingesetzt. Elektroautos wurden in der Diskussion vor dem Hintergrund des hohen Ressourcenverbrauchs kritisch beleuchtet. Der Experte Herr Wiesen hatte hierzu erklärt, dass bisher ein großer Teil des eingesetzten Stroms für Elektroautos aus Kohlekraftwerken stammen. Ein weiterer Vorschlag war auch, die Möglichkeit einer Arbeitsplatztauschplattform zu schaffen.

Bauen und Wohnen

Ressourcensparende Auswahl von Baumaterialien (hohe Lebensdauer, Weiternutzbarkeit, Entsorgung) à Nachhaltigkeit
Energieeffiziente Bauform (runde Außenwände)
Raumausnutzung: Schließung von Baulücken vor Umwidmung von bestehender Infrastruktur (Gartenanlagen)
Gebäudeausrichtung für Solarstrom, Solarthermie, Gebäudebegrünung (Temperatur- und Feuchtigkeitshaushalt außerhalb des Gebäudes)
Versiegelung von Flächen vermeiden
An bestehende Gebäude angepasst Architektur
Anreize im Nahverkehrssystem zur verstärkten Nutzung
Bessere Anbindung der umliegenden, angegliederten Gemeinden zur Reduzierung des PKW-Pendlerverkehrs
Ansprüche ans Wohnen