Ideen aus Heubach (Ostalbkreis) zur Ressourcenschonung

Am Samstag, den 13. Juni 2015 fand in Heubach (Ostalbkreis), am Nordrand der Schwäbischen Alb gelegen, die vierte Bürgerwerkstatt im Rahmen des Bürgerdialogs GesprächStoff: Ressourcenschonend leben statt.
Als offizieller Vertreter des Bundesumweltministeriums begrüßte Dr. Harald Bajorat (Referat für Nationale und grundsätzliche Angelegenheiten der Ressourceneffizienz) in der Stadthalle Heubach die Teilnehmenden zur Bürgerwerkstatt und erläuterte, die Bedeutung der Bürgerbeteiligung für die Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffizienzprogramms.

„Warum findet die Bürgerwerkstatt gerade in Heubach statt?“ fragten viele der 30 Bürgerinnen und Bürger, die der Einladung des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes gefolgt waren. Julia Fielitz (Zebralog), eine der Moderatorinnen, erläuterte, dass zu Beginn des Bürgerdialogs definiert wurde, anhand welcher Kriterien Veranstaltungsorte für die Bürgerwerkstätten gesucht werden sollten: So sollten sowohl Großstädte wie auch Kommunen mittlerer Größe und eine Kleinstadt aus dem ländlichen Raum vertreten sein. Die Veranstaltungsorte sollten über das gesamte Bundesgebiet verteilt – im Norden, Osten, Süden und Westen – liegen. Nach der Vorentscheidung, dass aus Süddeutschland eine Kleinstadt gewählt werden sollte, konnte die Suche nach einer Kommune weiter eingegrenzt werden. Der Ostalbkreis war einerseits bekannt für sein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit, so dass erwartet werden konnte, dass Bürgerinnen und Bürger sich für das Thema Ressourcenschonung interessiert zeigen könnten. Darüber hinaus gehörte Heubach zu den Kommunen, bei denen sich das Meldeamt kooperativ zeigte und eine Zufallsauswahl ermöglichte. Neben Heubach wären noch einige weitere Kleinstädte in Frage gekommen. In der Zufallsauswahl unter den möglichen Kommunen konnte schließlich Heubach als Veranstaltungsort bestimmt werden. Der Bürgermeister Heubachs - Frederick Brütting, der es sich nicht nehmen ließ, der Bürgerwerkstatt einen Besuch abzustatten, freute sich darüber, dass die Wahl auf Heubach gefallen war und dass die Bürgerinnen und Bürger sich rege an der Diskussion beteiligten.

In einer Kennenlernrunde wurde deutlich wie unterschiedlich die beruflichen Hintergründe der Teilnehmenden waren. Diese reichten von der Produktion über Verkauf, Dienstleistungen, Forschung, Handwerk bis hin zur Bildung. So wurde gleich zu Beginn der Bürgerwerkstatt deutlich, welche vielfältigen beruflichen Perspektiven die Diskussion zur Ressourcenschonung prägen würden.

Nach einem kurzen Film zum Thema Ressourcenschonung führte Klaus Wiesen, Referent vom Wuppertal Institut, die Teilnehmenden weitergehend in das Thema ein. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in Kleingruppen, in welche Assoziationen sie zum Thema Ressourcenschonung haben, wo Ressourcenverschwendung stattfindet und was geeignete Wege der Ressourcenschonung wären. Von dieser allgemeinen Sicht ausgehend wurde am Nachmittag zu konkreten Handlungsoptionen in den folgenden fünf Themenfeldern diskutiert:

  • Bauen und Wohnen
  • Verpackung und Abfallvermeidung
  • Kleidung und Textilien
  • Verkehr, Tourismus und Freizeit,
  • IT und Telekommunikation

Die Teilnehmenden schlugen vor, dass es - so wie es bereits bei Elektrogeräten eine Kennzeichnungspflicht für die Energieeffizienz eines Produktes gibt – auch eine Kennzeichnungspflicht für Ressourceneffizienz geben sollte. Darüber hinaus sollte auch jedes neue Produkt energie- und ressourceneffizienter sein als das beste Produkt des Vorjahres, so wie dies bereits in Japan umgesetzt wird.
Vorgeschlagen wurde auch die Förderung von offener Software, Hardware und Daten, durch die Benutzer und Benutzerinnen in der Lage gebracht würden, sich Geräte und Programme so zusammenzubauen, wie sie gebraucht würden. Eigene Softwareupdates würden die Notwendigkeit von Neuanschaffungen verhindern. Gefordert wurde auch, das Hersteller und Herstellerinnen verpflichtet werden sollten, reparaturfähige Geräte zu produzieren und darüber hinaus auch Reparaturanleitungen für die Produkte mitzuliefern sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen für eine bestimme Zeitspanne zu garantieren. Auf diese Weise könnte die Produktlebensdauer erhöht werden.
Als Vorschlag wurde ebenfalls formuliert, dass beim Herausbringen einer Mode-Kollektion immer ein bestimmter Prozent-Anteil an alternativen, ressourcenschonenden Textilien enthalten sein (Hanf/ Baumwolle) muss. Auf diese Weise würde sich der Verbrauch an ressourcenintensiv produzierter Baumwolle verringert.
Insgesamt wurden rund 15 Handlungsoptionen von den Bürgerinnen und Bürgern in Heubach ausformuliert. Diese fließen in das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm ein.

Die Gmünder Tagspost zeigte sich interessiert und schickte einen Journalisten, um über die Bürgerwerkstatt in Heubach zu berichten.

Fotos und Dokumentation der Bürgerwerkstatt in heubach finden Sie in Kürze unter "Mitreden vor Ort".