Flugreisen

Klimaschädliche Flugreisen dürften nicht billiger sein als Bahnreisen. Mein Vorschlag (wenn schon das Flugbenzin weiterhin nicht besteuert wird): Mit dem Ticketpreis sollte eine Kompensationsabgabe gesetzlich vorgeschrieben werden. Wer sich ein Flugticket leisten kann, kann sich auch die Kompensationszahlung leisten!

Die Idee ist an sich nicht schlecht, aber es müssten Ihrer Meinung nach dann doch alle Bahnreisenden diese Kompensationsabgabe leisten oder wie stellen Sie sich das vor?

Eine wichtige Feststellung, was Flugreisen angeht. Ich fürchte nur, dass die automatische Kompensationsabgabe in der Höhe zu gering wäre, um tatsächlich ein Umsteigen vom Flugzeug auf klimafreundlichere Verkehrsmittel zu bewirken. Vielmehr sehe ich die Gefahr, dass wir dann mit gutem Gewissen fliegen.
Für wirkungsvoller halte ich den Ansatz des persönlichen "CO2-Budgets". Jeder Bundesbürger bekäme ein bestimmtes (jährliches) Kontingent an Treibhausgasemissionen zugeteilt. Überzieht er dieses Kontingent, muss er zukaufen, schöpft er es nicht aus, erhält er eine Gutschrift oder kann verkaufen.

Das wäre natürlich die wirkungsvollste Maßnahme überhaupt, soweit ich es beurteilen kann. Aber soll es dabei nur um Verkehr, oder auch um Ernährung, Wohnen, etc. gehen? Ich kann mir nicht vorstellen, wie das praktisch umzusetzen wäre. Wie misst man die Treibhausgasemissionen zuverlässig und ohne horrende Kosten für die Einrichtung des Systems/Bürokratie? Wie setzt man das ganze überhaupt politisch durch? Ich glaube, dafür gibt es leider keine Mehrheit in der Bevölkerung, und schon gar nicht in den Kreisen, die die Politik am stärksten beeinflussen.

Nun, Verkehr und Energiebedarf wären ein Anfang, aber es sollten perspektivisch auch andere Lebensbereiche, insbesondere Ernährung und sonstiger persönlicher Konsum miteinbezogen werden. Da in den beiden letztgenannten Bereichen der Konsum aus sehr vielen kleinen Einzelunterscheidungen besteht, wird sich das vorerst nicht im Einzelnen abrechnen lassen und man müsste sich auf die "Big Points" konzentrieren. Bei der Ernährung wären das z. B. tierische Produkte.

Ja, wer die Umwelt schädigt, der soll auch dafür zahlen und den Schaden nicht einfach sozialisieren!